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Schauplatz des Vorfalls war die ohnehin unfallträchtige Kreuzung auf der Kuppe der B 56 bei Niederwahn

Führte Online-Spiel zu schwerem Unfall bei Niederwahn ?

Eine Anwohnerin des Ortsteils Niederwahn berichtete, einen Knall am gestrigen Abend gegen 22.05 Uhr trotz des laufenden Fernsehers deutlich gehört zu haben. Dieser rührte von einem Unfall her, der sich auf der den Ort tangierenden Bundesstraße 56 ereignet hatte. Ein auf der Nebenstrecke aus Richtung Roßhohn kommender 'Mini' war in die Bundesstraße eingefahren, hatte dabei aber die Vorfahrt eines von Wiehl nach Much fahrenden VW-Busses mißachtet. Dessen 41-jähriger Fahrer habe den herannahenden PKW noch wahrgenommen, konnte aber nicht mehr reagieren.

Der 'Mini' traf den mit vier Personen besetzten Kleinbus in die rechte Seite und lenkte ihn dadurch zur linken Fahrbahnseite ab. Dort überwand der VW eine Bordsteinkante, wobei das linke Vorderrad wegbrach. Glücklicherweise kippte der Kleinbus nicht um, sondern kam auf dem Grünstreifen zum Stehen. Der mit zwei Männern besetzte 'MinI' kam auf der Kreuzung zum Stillstand.

Vorsichtshalber wurden neben einem Notarzt drei Rettungswagen zur Unfallstelle beordert. Die Freiwillige Feuerwehr rückte aufgrund der Erstmeldung, daß Personen in einem Fahrzeug eingeklemmt seien, in großer Stärke an. Dies erwies sich zum Glück aber als unzutreffend. Die beiden 26 und 27 Jahre alten, in Niederkassel beheimateten Insassen des 'Mini' sowie der 41-jährige Fahrer des VW-Busses aus Düren, als auch drei dort mitfahrende Kinder im Alter von elf, acht und vier Jahren konnten die Fahrzeuge aus eigener Kraft verlassen.

Nach ersten Erkenntnissen wurden alle sechs Insassen beider Fahrzeuge nur leicht verletzt, die Kinder wurden vorsorglich zur Untersuchung zur Kinderklinik nach Sankt Augustin gebracht. Feuerwehrleute kümmerten sich auch um einen Hund, der den Unfall in dem Kleinbus offenbar unverletzt überstanden hatte. An beiden Fahrzeugen entstand hoher Sachschaden, die Bundesstraße 56 mußte für die Dauer der Rettungsarbeiten, der Unfallaufnahme und der Reinigung durch die Feuerwehr rund zwei Stunden gesperrt bleiben.

Der 26-jährige Fahrer des 'Mini' gab der Polizei gegenüber an, wegen Straßenglätte von der abschüssigen Nebenstraße auf die Bundesstraße gerutscht zu sein. Obwohl es in der Umgebung stellenweise glatt war, konnte die Polizei an diesem Ort keine entsprechende Feststellung treffen. Die Beamten bemerkten aber, daß der PKW nur mit Sommerreifen ausgestattet war, als er in der frostigen Nacht in dieser Höhenlage des Kreises unterwegs war.

Auch aufgrund einer Zeugenaussage kamen Zweifel an dem geschilderten Sachverhalt auf. Demnach hätten die Insassen des 'Mini' am Online-Spiel "Ingress" teilgenommen, das die reale Umgebung - ähnlich dem bekannten "Pokemon Go" - als Echtzeit-Standort in das Spiel einbezieht. Die am Unfall unbeteiligten Insassen eines weiteren Fahrzeugs gaben dies der Polizei gegenüber an. Der 'Mini' habe gedreht, als die virtuellen Spielgegner bei Roßhohn real aufeinandertrafen, und sei schnell in Richtung B 56 zurückgefahren. Vor diesem Hintergrund wurde der Führerschein des 'Mini'-Fahrers noch vor Ort beschlagnahmt. Die diesbezüglichen Ermittlungen dauern an. (cs)
 

11. Januar 2021


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